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3D Druck

ASA einfach erklärt – Das Filament für draußen

Welches Filament eignet sich für draußen? Wir erklären ASA ganz einfach und zeigen, warum UV- und Witterungsbeständigkeit bei Gartenprojekten und Außengehäusen wichtig sind.

Herr Brinke 5 Minuten Lesezeit Aktualisiert: 26/08/2026
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Eine Halterung für den Garten.

Ein Gehäuse für einen Sensor.

Ein Schild.

Eine Abdeckung.

Oder ein Bauteil am Fahrzeug.

Sobald ein 3D-Druck dauerhaft nach draußen soll, muss unser Filament einiges aushalten.

Sonne.

Regen.

Temperaturwechsel.

Und besonders:

UV-Strahlung.

Genau hier wird ASA interessant.


Was ist ASA?

ASA steht für:

Acrylnitril-Styrol-Acrylat

Den Namen müssen wir uns nicht merken.

Für den Einstieg reicht:

ASA ist ein technisches Filament, das besonders für Außenanwendungen interessant ist.

Man kann sich ASA vereinfacht als Verwandten von ABS vorstellen.

Beide Materialien besitzen ähnliche Eigenschaften.

ASA hat aber einen großen Vorteil:

Es besitzt eine sehr gute Witterungs- und UV-Beständigkeit.


Warum ist UV-Strahlung wichtig?

Sonnenlicht enthält UV-Strahlung.

Diese kann Kunststoffe über längere Zeit verändern.

Ein ungeeigneter Kunststoff kann beispielsweise:

  • ausbleichen
  • spröde werden
  • seine Eigenschaften verändern

Bei einem Modell im Wohnzimmer ist das meistens weniger wichtig.

Bei einem Sensorgehäuse, das jahrelang draußen hängt, schon.

ASA wurde deshalb für Anwendungen interessant, bei denen Wetter und Sonnenlicht eine Rolle spielen.


Wofür eignet sich ASA?

Typische Anwendungen sind:

  • Außengehäuse
  • Sensorgehäuse
  • Gartenprojekte
  • Schilder
  • Halterungen
  • Abdeckungen
  • Fahrzeugprojekte
  • technische Bauteile
  • Wetterstationen
  • Outdoor-Elektronik

Ein schönes Beispiel:

Wir bauen mit einem Mikrocontroller eine Wetterstation.

Das Gehäuse hängt dauerhaft draußen.

PLA wäre hier nicht meine erste Wahl.

ASA passt deutlich besser zur Aufgabe.


Ist ASA wasserdicht?

Hier müssen wir zwei Dinge unterscheiden.

Das Material kann gut mit Feuchtigkeit umgehen.

Aber:

Ein 3D-Druck ist nicht automatisch wasserdicht.

Zwischen den einzelnen Layern können kleinste Undichtigkeiten entstehen.

Ob ein Gehäuse tatsächlich wasserdicht ist, hängt unter anderem ab von:

  • Konstruktion
  • Wandstärke
  • Druckqualität
  • Layerhaftung
  • Dichtungen
  • Verschraubungen

ASA alleine macht aus einem Gehäuse also noch kein Unterwassergehäuse.


Ist ASA einfach zu drucken?

Nicht so einfach wie PLA.

ASA besitzt ein ähnliches Problem wie ABS:

Warping.

Das Material zieht sich beim Abkühlen zusammen.

Dadurch können sich Ecken vom Druckbett lösen oder im schlimmsten Fall sogar Risse im Bauteil entstehen.

Ein geschlossener Bauraum ist deshalb sehr empfehlenswert.


Warum ist ein geschlossener Bauraum wichtig?

Wir möchten vermeiden, dass unser Bauteil während des Druckens unterschiedlich schnell abkühlt.

Ein geschlossener Drucker hält die Umgebung des Modells gleichmäßiger warm und schützt vor Zugluft.

Das reduziert Spannungen.

Deshalb gilt:

ASA gehört eher auf einen geschlossenen als auf einen offenen 3D-Drucker.


ASA und Belüftung

Auch beim Drucken von ASA können Dämpfe und Partikel entstehen.

Deshalb sollten:

  • geeignete Belüftung
  • Herstellerhinweise
  • Filterung beziehungsweise Abluft
  • Arbeitsschutz

berücksichtigt werden.

Besonders in Innenräumen, Schulen und MakerLabs sollte dieses Thema nicht ignoriert werden.


Bambu Lab ASA

Bambu Lab bietet ASA für geeignete Druckermodelle an.

Auf einem geschlossenen Bambu-Lab-Drucker lässt sich das Material mit entsprechenden Profilen vergleichsweise komfortabel verarbeiten.

Interessant ist ASA dort besonders für technische Projekte und Outdoor-Bauteile.

Bei Bambu-Filament kommt innerhalb eines kompatiblen AMS wieder die komfortable Materialerkennung hinzu.


SUNLU ASA

Auch SUNLU bietet ASA-Filament an.

Es kann auf geeigneten Druckern verschiedener Hersteller verwendet werden.

Damit kann SUNLU ASA natürlich ebenfalls auf geeigneten Bambu-Lab-Druckern eingesetzt werden.

Wichtig sind:

  • ausreichende Hotend-Temperatur
  • geeignetes Druckbett
  • geschlossener Bauraum
  • passendes ASA-Profil

ASA oder ABS?

Die Materialien sind sich relativ ähnlich.

Für den Einstieg können wir uns merken:

ABS

Technisches Filament für Funktionsteile und höhere Temperaturen.

ASA

Ähnliche Richtung, aber besonders interessant bei UV- und Witterungsbelastung.

Wenn das Bauteil dauerhaft draußen eingesetzt werden soll, würde ich deshalb zuerst ASA prüfen.


ASA oder PETG?

Auch das ist eine häufige Entscheidung.

PETG

ist einfacher zu drucken.

Es eignet sich hervorragend für viele funktionale Bauteile.

ASA

ist anspruchsvoller, spielt seine Stärke aber besonders bei langfristigen Außenanwendungen aus.

Deshalb:

Werkzeughalter in der Werkstatt → PETG

Sensorgehäuse im Garten → ASA

So lässt sich der Unterschied einfach merken.


ASA auf einen Blick

EigenschaftASA
Drucken★★☆☆☆
Anfängerfreundlich★★☆☆☆
Robustheit★★★★☆
Temperaturbeständigkeit★★★★☆
UV-Beständigkeit★★★★★
Witterungsbeständigkeit★★★★★
Outdoor★★★★★
Warping-Risiko★★★★☆
Funktionsteile★★★★★

Wann nehme ich ASA?

ASA ist besonders interessant, wenn:

  • das Bauteil dauerhaft draußen steht
  • Sonnenlicht eine Rolle spielt
  • ein Außengehäuse benötigt wird
  • Gartenprojekte umgesetzt werden
  • ein technisches Outdoor-Bauteil gedruckt wird

Lieber ein anderes Material, wenn:

das Modell nur drinnen steht → PLA

ein einfaches Funktionsteil benötigt wird → PETG

Flexibilität benötigt wird → TPU


Unser Merksatz

Wenn nur eine Sache hängen bleibt:

ASA = das Outdoor-Filament.

Natürlich kann ASA viel mehr.

Aber für die erste Materialauswahl ist dieser Merksatz hervorragend geeignet.


Wie geht es weiter?

Unser nächstes Filament ist komplett anders.

PLA, PETG, ABS und ASA sind hauptsächlich harte Kunststoffe.

Was aber, wenn unser Bauteil:

weich, biegsam oder gummiartig sein soll?

Dann brauchen wir:

TPU

Weiter mit:

Filamente einfach erklärt – Teil 8: TPU


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