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3D Druck

ABS einfach erklärt – Das technische Filament

ABS ist ein Klassiker unter den technischen 3D-Druck-Filamenten. Wir erklären einfach, wann ABS sinnvoll ist, warum Warping entsteht und weshalb ein geschlossener Bauraum wichtig ist.

Herr Brinke 5 Minuten Lesezeit Aktualisiert: 26/08/2026
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PLA und PETG lassen sich relativ einfach drucken.

Aber was passiert, wenn unser Bauteil höhere Temperaturen aushalten oder für technisch anspruchsvollere Aufgaben verwendet werden soll?

Dann begegnet uns einem echten Klassiker:

ABS

ABS wird schon seit vielen Jahren für technische Kunststoffteile verwendet.

Aber ABS hat einen Haken:

Es ist deutlich anspruchsvoller zu drucken als PLA.

Warum das so ist und wann sich ABS trotzdem lohnt, schauen wir uns jetzt an.


Was ist ABS?

ABS steht für:

Acrylnitril-Butadien-Styrol

Das klingt kompliziert.

Für den 3D-Druck müssen wir uns den Namen aber nicht merken.

Viel wichtiger ist:

ABS ist ein robuster technischer Kunststoff mit einer höheren Temperaturbeständigkeit als normales PLA.

ABS begegnet uns auch außerhalb des 3D-Drucks bei vielen Kunststoffprodukten.


Wofür eignet sich ABS?

ABS ist besonders interessant für funktionale und technische Bauteile.

Zum Beispiel:

  • Gehäuse
  • Halterungen
  • technische Prototypen
  • Funktionsteile
  • Werkstattprojekte
  • Abdeckungen
  • Bauteile mit höherer Temperaturbelastung

Für eine einfache Figur im Regal brauchen wir ABS dagegen meistens nicht.

Dafür ist PLA deutlich unkomplizierter.


Was kann ABS besser als PLA?

Vereinfacht gesagt:

ABS ist technischer.

Es besitzt gegenüber normalem PLA Vorteile bei Anwendungen, bei denen beispielsweise Temperatur und Zähigkeit wichtiger werden.

Dafür bezahlen wir aber mit einem Nachteil:

ABS ist schwieriger zu drucken.


Das große Problem: Warping

ABS zieht sich beim Abkühlen vergleichsweise stark zusammen.

Stell dir einen warmen Pullover vor, der beim Waschen plötzlich kleiner wird.

Bei ABS passiert natürlich nicht genau dasselbe.

Aber das Prinzip hilft beim Verständnis:

Das Material verändert beim Abkühlen seine Größe.

Dadurch entstehen Spannungen im Bauteil.

Diese können so stark werden, dass sich die Ecken vom Druckbett lösen.

Das kennen wir bereits:

Warping


Warum braucht ABS einen geschlossenen Drucker?

Stell dir vor, das Bauteil wird gerade mit heißem Kunststoff gedruckt.

Jetzt zieht kalte Luft über eine Seite.

Diese Seite kühlt schneller ab als der Rest.

Dadurch entstehen zusätzliche Spannungen.

Ein geschlossener Bauraum hilft dabei, die Temperatur rund um das Bauteil gleichmäßiger zu halten.

Deshalb gilt:

ABS druckt man am besten in einem geschlossenen Bauraum.

Offene Einsteigerdrucker sind für ABS deshalb häufig weniger gut geeignet.


ABS und Belüftung

Beim Drucken von ABS können flüchtige Stoffe und Partikel freigesetzt werden.

Deshalb gehört ABS nicht einfach auf einen Drucker in einem schlecht belüfteten Aufenthaltsraum.

Es sollte auf:

  • geeignete Belüftung
  • Herstellerhinweise
  • geeigneten Drucker
  • passende Filter- beziehungsweise Abluftkonzepte

geachtet werden.

Gerade in Schulen, Werkstätten und MakerLabs muss das Thema Arbeitsschutz berücksichtigt werden.


Welche Temperatur braucht ABS?

ABS wird normalerweise deutlich heißer gedruckt als PLA.

Die genaue Temperatur hängt vom konkreten Filament ab.

Deshalb gilt:

Herstellerprofil verwenden.

Das betrifft nicht nur die Nozzle.

Auch:

  • Druckbett
  • Bauraum
  • Kühlung
  • Geschwindigkeit

spielen bei ABS eine wichtige Rolle.

ABS sollte deshalb nicht einfach mit einem leicht veränderten PLA-Profil gedruckt werden.


Bambu Lab ABS

Bambu Lab bietet ABS für geeignete Druckermodelle an.

Die Kombination aus:

  • geschlossenem Bauraum
  • passenden Materialprofilen
  • automatischer Kalibrierung
  • abgestimmten Druckplatten

macht den Einstieg deutlich einfacher als bei älteren offenen 3D-Druckern.

Trotzdem bleiben die grundsätzlichen Eigenschaften von ABS bestehen.

Ein geschlossenes Gehäuse ist hier nicht nur Dekoration.

Es hilft dabei, die Druckbedingungen stabiler zu halten.


SUNLU ABS

Auch SUNLU bietet ABS-Filament an.

SUNLU ABS kann auf geeigneten FDM-Druckern unterschiedlicher Hersteller verwendet werden.

Auch hier gilt:

Der Drucker sollte für die benötigten Temperaturen und möglichst für einen geschlossenen beziehungsweise kontrollierten Bauraum geeignet sein.

Auf einem Bambu-Lab-Drucker kann SUNLU ABS mit einem passenden Materialprofil verwendet werden.

Die automatische Bambu-RFID-Erkennung steht bei Fremdfilament normalerweise nicht zur Verfügung.


Bambu Lab oder SUNLU?

Die Entscheidung hängt weniger vom Namen auf der Rolle als vom verwendeten Drucker und Projekt ab.

Bambu Lab ABS

Interessant, wenn:

  • ein geeigneter Bambu-Lab-Drucker vorhanden ist
  • abgestimmte Profile gewünscht sind
  • AMS-Integration genutzt werden soll
  • möglichst wenig manuell eingerichtet werden soll

SUNLU ABS

Interessant, wenn:

  • Filament auf unterschiedlichen Druckern verwendet wird
  • ein passendes eigenes oder generisches Profil genutzt wird
  • bestimmte Farben oder Angebote interessant sind

ABS oder PETG?

Eine wichtige Frage.

PETG

ist einfacher zu drucken und reicht für sehr viele Funktionsteile vollkommen aus.

ABS

wird interessant, wenn die technischen Anforderungen steigen und insbesondere eine höhere Temperaturbeständigkeit benötigt wird.

Deshalb:

PETG funktioniert für das Projekt?

Dann gibt es häufig keinen Grund, den Druck mit ABS komplizierter zu machen.


ABS oder ASA?

Diese Frage ist noch spannender.

ABS und ASA sind miteinander verwandt und besitzen ähnliche Einsatzgebiete.

Ein entscheidender Unterschied ist:

ASA ist besonders interessant für Außenanwendungen.

Warum?

Das schauen wir uns im nächsten Artikel ausführlich an.


ABS auf einen Blick

EigenschaftABS
Drucken★★☆☆☆
Anfängerfreundlich★★☆☆☆
Robustheit★★★★☆
Funktionsteile★★★★★
Temperaturbeständigkeit★★★★☆
Warping-Risiko★★★★★
Geschlossener Bauraumsehr empfehlenswert
Outdoor★★★☆☆
Figuren & Deko★★★☆☆

Die Sterne sind eine einfache Orientierung und keine technischen Messwerte.


Wann nehme ich ABS?

ABS ist interessant, wenn:

  • ein technisches Bauteil benötigt wird
  • höhere Temperaturen auftreten
  • ein geschlossener Drucker vorhanden ist
  • robuste Funktionsteile hergestellt werden sollen

Lieber ein anderes Filament, wenn:

es besonders einfach sein soll → PLA

ein normales Funktionsteil benötigt wird → PETG

das Bauteil dauerhaft draußen steht → ASA

das Bauteil flexibel sein soll → TPU


Unser Merksatz

ABS = technischer Kunststoff für höhere Anforderungen, aber anspruchsvoller beim Drucken.


Wie geht es weiter?

Was passiert, wenn wir viele Vorteile eines technischen Filaments benötigen, unser Bauteil aber dauerhaft draußen stehen soll?

Dann wird ASA besonders interessant.

Weiter mit:

Filamente einfach erklärt – Teil 7: ASA


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